Am 01.08.1961 wurde durch einen Klaps auf meine Po-saune mein erster Gesang entfacht.
Grundlegendes hat sich seit dem nicht mehr getan.

Im Krabbel- Alter, während ich beschäftigt war, meinem Großvater Bleistifte in seinen Hosenaufschlag zu stecken, entging mir nicht, womit er sich oben beschäftigte. Er spielte Geige und dieses Instrument sollte ich ihm ein paar Jahre später tatsächlich aus dem Kreuz geleiert haben. Er ging zur Bratsche und schrieb „nebenbei“ Sinfonien und Nonette und ich kratzte die Geige…
Den ersten Kniefall vor einem Radio machte ich etwa 1966, ich meinte „The Beatles“ zu hören. (Heute weiß ich, es müssen die Stones gewesen sein, denn die Beatles haben mich bis heute nicht gezündet)
Von 1970 bis 1974 versuchte ich in kleinen Schritten mit der Geige Eins zu werden, aber dieses Instrument beeinflusste meine Herzfrequenz irgendwie nicht…
Etwa 1974 muss es gewesen sein, während eines wunderschönen Urlaubs mit meinen Eltern in Feldberg (dort konnte man Welle Freies Berlin empfangen) hörte ich „stairway to heaven“ von Led Zeppelin. Danach wollte ich mich nicht mehr verzetteln. Geige an den berühmten Nagel und eine Klaus Doldinger- Schallplatte gegen die erste Gitarre eingetauscht. In das Schalloch dieses Soundwunders wurde ein Tonabnehmer geschraubt und Stecker rein ins Radio. Perfekt.
Die nächste wichtige Phase spielte sich im Turmstübchen der Johannis-Kirche Rostock ab, in dem wir rumprobierten und versuchten, den hysterischen Küster Herrn Westphal, genannt der Bratapfel (wegen seines faltigen Gesichts) abzuwehren, der uns diese“ Negermusik“ verbieten wollte. Er scheiterte.

Die erste Rockband gab es beim Militär. 18 Monate Jonny Winter, CCR, Udo Lindenberg…und immer schön in den Probenraum verpissen…
1983 kam auch ich wieder raus und wurde wie Egon Ohlsen von meiner neuen Band „Löwenzahn“ mit dem damals legendären alten Wolga abgeholt. 3 Jahre über die Dörfer.
1995 warb mich die kleinere von 2 Rostocker Profi-Rockbands „Frogg“ ab und ich durfte nach Ablegen der Berufsmusikerprüfung nur von Hardrock und ohne Arbeit existieren.
1986 kam dann die größere, landesweit bekannte Band „Berluc“ auf mich zu und ich zog mit diesen Kollegen 3 Jahre durch die DDR, Lettland, Polen, SU, CSSR, und sogar kurz vor der Wende noch drei Mal in den Westen.

1990 und 1991 wurde rumgedümpelt und erstaunt festgestellt, dass gar nichts mehr geht. Welch ein Staunen !

Dann geschah es, es trafen sich Braun und Pistor und das Leben bekam wieder einen Schimmer von Sinn. „Die Herren“ wurden geboren mit Hilfe des Trauzeugen Thomas Cammradt(unser damaliger Klarinetten- Muckel). Diesem Konglomerat verdanke ich meinen heutigen stark ausgeprägten finanziellen Reichtum.

In den 90iger Jahren habe ich mich dann in verschiedenen (es waren wohl insgesamt 11) Theaterinszenierungen herumgetrieben. Teils als Bandmitglied für Linie 1 und Co oder als Solo- Bühnenmusiker und Schauspielmusik- Komponist bei Romeo & Julia, Clockwork Orange und anderen Inszenierungen. „rostock art“ und ein Ernst- Barlach- Programm mit Ingo Barz und Karl Scharnweber sind Projekte aus dieser Zeit, die mich bis heute begleiten.

Mit dem Rostocker Kirchenmusiker und Komponisten Karl Scharnweber, gab es auch immer wieder andere „ernstere“ Aufführungen wie Requien und Kantaten.
 
Die Finger vom Rocken lass ich trotzdem nicht.“ Five men on the rocks“ werden gegründet. Dieser Band verdanke ich heute unter anderem, dass ich einem meiner größten Idole, Steve Morse von Deep Purple, die Hand reichen durfte. Auf einer Bühne mit den Meistern… und was für eine Hand der Kerl hat…

So vielschichtig sollte es für mich weitergehen, das würde mir gefallen.
Silvester mit den Herren im Adlon; ein anderes Mal wieder rocken bis drei Uhr morgens, dass es nur so kracht und dann wieder ein paar ganz leise, nachdenkliche Töne… aber nie so viel, dass ich nicht mehr im Wald spazieren gehen kann…