Jürgen Plato (geboren im Sternzeichen der Langschläfer)...

...spielte als Kind gern im Sand und wollte von Beruf ein reicher Professor, ein weitegereister Fernfahrer und ein kreativer Tischler oder Holzspielzeugmacher werden. Weil nicht alles unter einen Hut paßt, blieb nur eins übrig: Musiker. So ging er nach dem Abitur für fünf Jahre zum klassischen Musikstudium nach Budapest an die Musikakademie "Franz Liszt", wo er Klarinette, Frauen und Wein studierte.

Die folgenden Festanstellungen als Klarinettist am Theater in Nordhausen sowie am Sinfonieorchester in Miskolc (Ungarn) brachten ihm zwar viel Praxis und Routine in allem, was er studiert hatte, doch Reichtum, weite Reisen und Kreativität hielten sich noch sehr in Grenzen. Da riß er zusammen mit Millionen und Abermillionen das Ruder herum und die Mauer hernieder. Es kam frische Luft in das Leben eines klassischen
Taugenichts. Musikalische Studienreisen führten ihn nach Griechenland, Israel, Zimbabwe und in die USA. Jazz und Klezmermusik taten sich als zusätzliche Wirkungsbereiche auf, und obendrein fing Jürgen Plato an, selbst zu komponieren und internationale Meisterkurse zu besuchen.

Allmählich gewöhnte er sich als freier Musiker in der Weltstadt Rostock an eine gewisse Form der Seßhaftigkeit. Hier wohnt er mit seiner Familie, hat Engagements am Theater sowie Lehraufträge am Konservatorium und an der Hochschule für Musik. Außerdem schlüpft er immer wieder für mehrere Jahre in interessante Projekte: "inflagranti" (Weltmusik und Jazz), "Kammertrio Eulenspiegel" (Klassik von Beethoven bis Brubeck),
"Ostseebigband", "rostock art" (Rockjazz), "Moonlight" (ein
Frank-Sinatra-Programm), "en passant" (Klezmer und Jazz), "Timsky" (Folk, Chanson und Chaos), so gehört er seit 1994 als festes Mitglied zum Quartett "Die Herren". Das ist schon eine famose Sache.

Welche Vorbilder oder Ziele sein Leben beeinflußt haben, läßt sich bei dem, was er so tut und läßt, nicht klar definieren. Früher hörte er viel Musik von Brahms und Sting, las Rilke und Ende und hat fast jeden Fellini-Film gesehen. Aber um richtig hoch hinauszukommen, kletterte er waghalsig auf die bizarren Türme des Elbsandsteingebirges oder ging im Kaukasus spazieren. Heute türmen sich die immer größer werdenden
Instrumentenkoffer von Klarinetten und Saxophonen in seinem Hausflur, im Kalender türmen sich die Termine und auf dem Schreibtisch der unerledigte Kram. In der Werkstatt baut er zwischendurch Holzspielzeug für seine Kinder, doch am liebesten spielt er zusammen mit ihnen im Sand.