Der Tag, an dem ich geboren wurde, war der 8. April 1966 ;es war ein Karfreitag - es schneite. Ich glaube, - ich wollte wieder zurück – es war sehr kalt.
Einige Jahre später fror meine Mutter – denn ich wollte unbedingt Geige lernen. Später rannte sie dann immer hinter mir her um den Küchentisch herum – ich wollte nach draußen, Fussball spielen und nicht lästige Etüden streichen. Glück ist Geschick – ich blieb dabei, nahm 1973-1980 fleißig Unterricht am Konservatorium und lästig ist’s Üben auch schon längst nicht mehr.
Da meine ganze Familie musikalisch ist, musste ich natürlich auch noch in unseren Posaunenchor einsteigen. Viel zu früh wurde ich somit vom Kinderzimmer weggerissen, um Choräle zu blasen.
Einige Jahre später: Ich nahm unter anderem am Konservatorium erst klassischen Unterricht, um dann später Studien in populärer Swing- & Jazzmusik von verschiedensten Lehrern eingetrichtert zu bekommen.
Da mein Bruder Andreas Braun, mit dem ich sehr viel bis in die heutige Zeit musiziere, 2 Jahre älter und erfahrener war und ist, schon früh eine Wandergitarre bekam, war ich neidisch und musste natürlich auch in die Saiten greifen. Gitarrenworkshops... Unterricht u.a. am Konservatorium bei unserem Gitarrenlehrer Jürgen Frohrieb...
Was fehlt noch? –Ja natürlich! Es musste auch noch Gesangsunterricht sein...

Zwischendurch - ein schwarzes Kapitel für einen Musiker – ganz im „Geheimen“ brachte ich es nämlich tatsächlich zu einem Abschluss der Berufsausbildung zu einem „Elektroinstallateur“ – das wiederum hatte den Vorteil, dass ich mich schon frühzeitig mit technischen Problemen beschäftigte, was mir auch heute noch geblieben ist – manchmal zum Leidwesen meiner lieben Mitmusikerfreunde.
Da ich von zu Hause aus gewohnt war, fast jeden Sonntag erfolgreich zur Kirche gelockt zu werden, fing ich dann auch dort an, meine ersten Banderfahrungen zu machen.
1987 kam es dann zu einem Durchbruch (durch die Kirchentür) – Funk - & Coverband – „Windfunk“ mit dem Mitgründer der „Herren“ Thomas Cammradt.
Der nächste Durchbruch in die freischaffende Musik und weg vom frühen Aufstehen als Elektriker - 1989 – ( ich bin frei!! – dachte ich damals... )
Ich bekam natürlich gleich Angebote – nicht aus Hollywood – aber dennoch schenkte mir die Mitarbeit in der Gruppe „Edison“ (Tanzmusik) – Wohlstand (d.h. Ostgeld) und wegen eines Seemannprogramms 1  ½ Jahre meines Lebens (ich brauchte nicht zur NVA).
Es zog mich schon lange in die Jazzrichtung – Zu dieser Zeit gründeten wir (auch ´89) die geniale „Swingduin“ – Band.
Ab dann verging die Zeit wie im Fluge.
Duo-Projekte, freie Improvisation, Mitglied in der BigBand der Hansestadt Rostock, Mitgründer des Sunny Sound Orchester, mit dem ich dann nach ein paar Jahren aufs Meer hinaus „segelte“ (Dänemark & Norwegen). die musikalische Arbeit mit meinem Bruder brachte 1992 Früchte: das Duoprojekt „t.a.braun“, Kinderliederprogramme und eines meiner Lieblingsprojekte, bei dem ich unter anderem Pat Metheny nacheifern wollte, das immer noch aktiv ist und viel Spass macht, „rostock art“ (melodyfusion-jazz).
1992 sollte das Beste aber noch passieren:
die damals noch unbekannten Musiker Pistor, Cammradt und Braun  gründeten die deutsche „Herrenhilfe e.V.“ und das
Jazz - Quartett „DIE HERREN“ –
Augenmerk auf Tagesschlager & Swing der 20er/30er Jahre (Sarfert kam später dazu – und Plato kam ein paar Jahre danach für Cammradt).

Seit 1993 beginnt also nun auch eine feste Zusammenarbeit mit Johannes Pistor im Duo „Braun-Pistor“ (Rock & Jazz-Performance) und mit ihm und Andreas Braun als Referent bei diversen Musikworkshops im Rock-Pop-Jazz- Bereich.
Nach einigen Aufführungen am Volkstheater Rostock „Die Moskitos sind da“, zog es mich auch mal wieder in die klassische Richtung zurück – und es entstand das nach wie vor aktive „Brauns Blechbläserquartett“ (klassische Spielmusik vom Mittelalter bis 18. Jh.)
Viele Jazz-Projekte entstehen mit verschiedensten Musikern mit Swing, Latin World und Klezmermusik.
Für mich sehr wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit Karl Scharnweber bei vielen Projekten wie z.B. „Chorus für Jeremias“ (St. Johannes Kantorei unter Markus Langer) sowie als wichtigstem „Aushilfsmusiker“ bei „Die Herren“
Nach sehr schönen Konzerten in der HMT Rostock z.B. mit dem „Björkprojekt“ und mit „Die Zöllner“, gab es in den letzten Jahren immer wieder fantastische Erlebnisse mit vielen Freunden und Mitmusikern – gemeinsame Auftritte in der Schweiz, Österreich, Holland und Frankreich - und es entstanden viele CDs.

Ich müsste eigentlich noch Willie Epstein zitieren:
„...Man hängt mit Freunden rum, probt ein bisschen....... dieses Leben sollte nicht enden...“

PS: Unterstützen Sie doch bitte die deutsche „Herrenhilfe e.V.“ und kaufen bitte noch ein paar Herren CDs. (Söhnchen Marten hat großen Hunger)

Vielen Dank
Thomas Braun